„Die Ergebnisse des Wirtschaftsförderungskonzepts zeigen: Der direkte Draht zu den Unternehmen vor Ort, die enge ämterübergreifende und regionale Zusammenarbeit und das Erkennen von Entwicklungsperspektiven im Bestand sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wirtschaftsförderung. Als Regionalverband unterstützen wir unsere Mitgliedskommunen durch fundierte Analysen zur Struktur und Entwicklung des Wirtschaftsstandorts, bei der Einordnung von Stärken und Schwächen im regionalen Vergleich und der Ableitung von Handlungsempfehlungen im Dialog mit den vor Ort ansässigen Unternehmen“, sagte der Erste Beigeordnete des Regionalverbandes, Rouven Kötter, bei der Übergabe des Ergebnisberichts an die Stadt Mühlheim am Main.
Vorgestellt wurde das Konzept den Vertreterinnen und Vertretern der städtischen Politik und Wirtschaft am 17. Juni 2026. Das Wirtschaftsförderungskonzept zeigt mögliche Handlungsansätze auf drei inhaltlichen Schwerpunktfeldern auf, die für die zukünftige Arbeit der Wirtschaftsförderung von besonderer Bedeutung sind.
Erstens sollten Unternehmensservice und Bestandspflege weiter etabliert und ausgebaut werden. So bleibt es zentrales Kerngeschäft kommunaler Wirtschaftsförderung, ansässige Unternehmen zu unterstützen und bei ihrer Weiterentwicklung am Standort zu begleiten – auch bei den damit verbundenen Verwaltungs- und Genehmigungsprozessen. Das trägt zur Standortzufriedenheit der Unternehmen und zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Gewerbesteuereinnahmen bei.
Der zweite Schwerpunkt liegt darin, die Vernetzung, die Kooperation und den Wissenstransfer vor Ort zu intensivieren. Dabei rücken besonders die Themen Transformation, Digitalisierung oder Fachkräftesicherung in den Fokus. Gerade mittelständische Unternehmen stehen in dieser Hinsicht vor komplexen Herausforderungen. Aufgabe der Wirtschaftsförderung ist es, Netzwerke und Kooperationen zu knüpfen, von denen die lokale Wirtschaft profitieren kann.
Der dritte Schwerpunkt zielt auf die Weiterentwicklung und Stärkung der vorhandenen Gewerbestandorte im Stadtgebiet. Innenstädte und Gewerbegebiete unterliegen einem stetigen Wandel, der nur begrenzt durch die Kommune gesteuert werden kann. Die Wirtschaftsförderung muss dabei im Blick behalten, wie gewerblich geprägte Stadträume ihre Potenziale bestmöglich ausschöpfen können, etwa durch Aktivierung mindergenutzter Gewerbeflächen im Bestand.
„Ich danke dem Team des Regionalverbandes für die ausgezeichnete Arbeit am neuen Wirtschaftsförderungskonzept“, sagt Bürgermeister Dr. Alexander Krey. „Die Bedeutung des Konzepts für die Zukunft unserer Stadt ist nicht hoch genug einzuschätzen. Das Konzept schließt eine Lücke über rund zwei Jahrzehnte, in denen ein regelrechter Strukturwandel auf allen Ebenen stattgefunden hat, von der wirtschaftlichen über die politische, soziale und technologische. Das novellierte Konzept wird der städtischen Wirtschaftsförderung für das kommende Jahrzehnt als Arbeitsgrundlage dienen und eine solide Basis schaffen, um den politischen Diskurs inhaltlich gestützt vorantreiben zu können.“
Die dem Konzept zugrundeliegende Analyse zeigt, dass die Stadt Mühlheim am Main von einem gewerblich-industriellen Standortprofil mit einer großen Branchenvielfalt und überwiegend kleinteiligen Unternehmenslandschaft mit einzelnen größeren „Leuchttürmen“ geprägt ist. Dabei hat vor allem die Dynamik im Handel in den letzten Jahren dazu beigetragen, dass Beschäftigungsrückgänge im Produzierenden Gewerbe größtenteils abgefedert werden konnten.
Zwar hat sich die Gewerbesteuer zuletzt positiv entwickelt, doch im regionalen Vergleich weist die Ertragskraft noch Entwicklungspotenzial auf. Darüber hinaus geht der Ergebnisbericht unter anderem näher auf aktuelle Kennzahlen zur Qualifikationsstruktur und Pendelbeziehungen der Beschäftigten, Gewerbeflächen und gewerbliche Bautätigkeit, Tourismus und Einzelhandel ein.
Grundlage für das aktuelle Wirtschaftsförderungskonzept bilden unter anderem eine datenbasierte Strukturanalyse, Expertengespräche mit ansässigen Unternehmen unterschiedlicher Branchen sowie ein Workshop mit Vertreterinnen und Vertretern der lokalen und regionalen Wirtschaft.
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