Ansporn zur Leselust am Hedwig-Dohm-Platz

Hedwig Dohm, engagierte und trotz widriger, sprich: patriarchisch geprägter Zeiten durchsetzungsstarke Vorkämpferin für die Rechte der Frauen, hat ihren Ort der Erinnerung in Mühlheim gefunden. Ende August vergangenen Jahres wurde hier, am Tiefenorter Ring im Wohnumfeld Markwald, ihr zu Ehren der Hedwig-Dohm-Platz feierlich eingeweiht. Das Anliegen, Frauen verstärkt im öffentlichen Raum sichtbar zu machen und ihr Wirken zu würdigen, begleitet das Mühlheimer Frauenbündnis und die Frauenbeauftragte der Stadt Mühlheim am Main seit langem.

Mit Unterstützung städtischer Gremien wurde ein Ort der Begegnung geschaffen, der als i-Tüpfelchen nun ein öffentliches Bücherhäuschen erhält, das heute im Beisein von Bürgermeister Dr. Alexander Krey und Projektbeteiligter den Mühlheimer Bürgern übergeben wurde. Die Stadtwerke und die Wohnbau haben sich initiativ zusammengeschlossen und das Projekt finanziert und realisiert. Geplant wurde es vom Wohnbau-Architekten Roland Rau, die konstruktive Umsetzung übernahm ein Mühlheimer Metallbauunternehmen, das auch die drei bereits etablierten Lesehäuschen der Stadt gebaut hatte.

Um das Leben und Wirken von Hedwig Dohm ergänzend zu vermitteln, fasst eine Informationstafel neben dem Lesehaus die wichtigsten Eckdaten zusammen, deren Kenntnis durchaus bereichert. Denn die Frauenrechtlerin hat maßgeblich dazu beigetragen, dass 1918 in Deutschland das allgemeine Wahlrecht für Frauen eingeführt wurde.

Zusammen mit den im Stadtgebiet verteilten Bücherschränken der Stadtwerke Mühlheim ist eine umfassende Versorgung der Stadt mit kostenlosem Lesestoff gewährleistet, denn auch wenn das gedruckte Buch zunehmend mit der digitalen Welt konkurriert, wird das Angebot der Mühlheimer Bücherinseln reichlich genutzt, wie die ehrenamtlichen Paten berichten, die Standorte und Bücherregale in Ordnung halten.

Die beiden beteiligten Unternehmen dokumentieren mit diesem Projekt erneut, dass sie begleitend zu den Hauptaufgaben der Daseinsvorsorge mit Energie, Wasser und Wohnraum ihre darüberhinausgehende gesellschaftliche Verantwortung tatkräftig wahrnehmen.