Feierliche Eröffnung
Erster Stadtrat Robert Ahrnt begrüßte zur Eröffnung am neu gestalteten Rastplatz am Lohweg die Aufsichtsratsvorsitzende des Regionalparks RheinMain, Claudia Jäger, sowie den Kreisbeigeordneten des Kreises Offenbach, Alexander Böhn. Gemeinsam enthüllten sie die neue Informationstafel zur Geschichte des Basaltabbaus in Dietesheim. Die Inhalte wurden gemeinsam vom Geschichtsverein Mühlheim am Main e. V., der IG Dietesheimer Steinbruchbahnen aus Maintal, dem Regionalpark und der Stadt Mühlheim am Main erarbeitet.
„Mit dem neuen Erlebnispunkt schaffen wir einen Ort, der Natur, Erholung und Geschichte miteinander verbindet. Gleichzeitig erinnern wir an die industrielle Vergangenheit der Dietesheimer Steinbrüche, die das Gebiet bis heute prägt“, betont der Erste Stadtrat Robert Ahrnt.
Ein Ort zum Verweilen und Kraft tanken
Der neue Erlebnispunkt stellt einen weiteren Baustein zur Aufwertung des Naherholungsgebiets dar.
Der ehemalige Rastplatz an einer Wegekreuzung südlich des Vogelsberger Sees wurde als Erlebnispunkt grundlegend neugestaltet. Ziel des Projekts war es, die Entstehungsgeschichte des heutigen Naherholungsgebietes sichtbar zu machen und zugleich die Aufenthaltsqualität für Besucherinnen und Besucher zu erhöhen.
„Durch die Neugestaltung des Platzes ist hier ein attraktiver Ort und Treffpunkt entstanden, der zum Verweilen einlädt“ freut sich Claudia „Durch die Neugestaltung des Platzes ist hier ein attraktiver Ort und Treffpunkt entstanden, der zum Verweilen einlädt“ freut sich Claudia Jäger, Aufsichtsratsvorsitzende des Regionalparks und Verbandsdirektorin des Regionalverbands FrankfurtRheinMain. „Insgesamt gibt es bereits über 350 solcher Erlebnispunkte entlang der verschieden Regionalparkrouten“, erklärt Jäger. Dabei sei die Bandbreite riesig und verbinde Aussichtstürme, Spielplätze, Kunstinstallationen, Parkanlagen mit historischen Bauwerken. „Dieser Zusammenschluss ist beispielgebend, denn wir müssen über die Stadtgrenzen hinausschauen und denken und uns als gemeinschaftliches Rhein-Main-Gebiet begreifen. Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen der Zukunft angehen.“

In Erinnerung an den jahrzehntelangen Basaltabbau und den Transport des Gesteins mit Lorenbahnen wurde auf dem Platz ein geschwungener Schienenstrang aus Basaltpflaster nachgebildet. Ergänzt wird die Gestaltung durch neue Sitz- und Liegeelemente aus Stahl, die bewusst den industriellen Charakter des ehemaligen Steinbruchgeländes aufgreifen. Besucherinnen und Besucher können den Basalt sowohl in seiner natürlichen Form als Fels- und Säulenmaterial als auch als bearbeitetes Pflaster erleben. Eine neu errichtete doppelseitige Infotafel vermittelt darüber hinaus Wissenswertes zur Geschichte und Bedeutung des Basaltabbaus für die Entwicklung des Areals.
„Der hier entstandene Erlebnispunkt steht nicht nur für Erholung, sondern fungiert zugleich als ein Scharnier zwischen zwei bedeutenden Naturschutzflächen und Hotspots des Artenschutzes – den Steinbrüchen Dietesheim und den Streuobstwiesen am Gailenberg. Diese Naturparadiese sind nicht nur ein lebendiger Artenschatz direkt vor unserer Haustür, sondern auch ein unverzichtbarer Lernort, der uns den Wert lokaler Biodiversität eindrucksvoll vor Augen führt. Der Kreis Offenbach engagiert sich seit Jahrzehnten intensiv für den Naturschutz an diesen Orten“, erläutert Kreisbeigeordneter Alexander Böhn in seinem Grußwort.
Gesamtkosten und Beteiligte
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 120.000 Euro. Davon werden 87.400 Euro über Fördermittel durch die Dachgesellschaft Regionalpark Ballungsraum RheinMain GmbH finanziert. Projektträgerin war die Stadt Mühlheim am Main. Die Bauarbeiten wurden zwischen dem 7. April und dem 13. Mai 2026 umgesetzt.
An Planung und Realisierung beteiligt waren die Planungsgesellschaft Natur & Umwelt GmbH (PGNU) aus Frankfurt, die Garten- und Landschaftsbau Winkler GmbH aus Groß-Zimmern sowie Metalldesign Sascha Stamm aus Gedern.
Teil der Streuobstroute
Der Rastplatz liegt unmittelbar an den ausgedehnten Streuobstflächen des Gailenbergs und ist Teil der geplanten neuen Streuobstroute des Regionalparks RheinMain. Im Zuge der Baumaßnahme wurde eine angrenzende, zuvor verbuschte Streuobstwiese freigestellt und durch neue Obstbäume ergänzt. Insgesamt wurden 14 Gehölze gepflanzt, darunter Apfel-, Birnen- und Esskastanienbäume sowie eine Eberesche. Die Maßnahme leistet einen wichtigen Beitrag zur Förderung der regionalen Streuobstkultur und unterstreicht die Rolle Mühlheims als Streuobstkommune.
Die Idee für die neue Streuobstroute zwischen Mühlheim-Dietesheim und Rödermark wurde vom Regionalpark RheinMain entwickelt. Erste Gespräche mit der Stadt Mühlheim fanden bereits 2021 statt. Im Juni 2023 wurde eine erste Fördervereinbarung für die Planungsleistungen geschlossen, die Fördervereinbarung für den Bau des Erlebnispunktes folgte im Mai 2025.
Der neue Erlebnispunkt ist Teil der langjährigen Zusammenarbeit zwischen der Stadt Mühlheim am Main und dem Regionalpark RheinMain. Bereits in den vergangenen Jahren wurden gemeinsam Projekte wie die Gestaltung der Rodaumündung, der Mainuferweg, der Dietesheimer Nachenhafen oder die Sitzkiesel an der Regionalpark-Rundroute umgesetzt.
Mit inzwischen mehr als 350 Erlebnispunkten entlang seiner Routen vernetzt der Regionalpark RheinMain Natur, Kultur und Geschichte in der gesamten Region. Die geplante Streuobstroute im Kreis Offenbach soll künftig Mühlheim und Rödermark miteinander verbinden und an die bestehende Regionalpark-Rundroute anschließen.
