Erste Europäische Mobilitätswoche in Mühlheim | Erfolgreiche Premiere mit vielen Impulsen

Im Mittelpunkt der ersten Mühlheimer Mobilitätswoche standen unterschiedliche Generationen und ihre jeweiligen Bedürfnisse im Alltag. Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie Menschen von A nach B kommen, sondern auch darum, wie sicher, selbstständig und angenehm sie dabei unterwegs sein können.

Ge(h)schichten: Mit dem Bürgermeister durch Mühlheim

Gemeinsam mit Kindern der städtischen Kita „Rathäuschen“ machte sich Bürgermeister Dr. Alexander Krey auf den Weg durch das Stadtgebiet und las anlässlich der Veranstaltungswoche die Geschichte „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch vor. Mithilfe verschiedener Requisiten wurde die Geschichte unterwegs nachgespielt und für die Kinder unmittelbar erlebbar

„Ich habe mich sehr gefreut, bei den Ge(h)schichten mitzumachen, und hatte beim Vorlesen mindestens so viel Spaß wie die Kinder“, sagt Bürgermeister Dr. Alexander Krey. „Der kleine Bär und der kleine Tiger ziehen los, um das Land ihrer Träume zu finden, und landen am Ende wieder zu Hause. Erst da merken sie, wie schön es dort ist. Das passt gut zur Mobilitätswoche: Wer zu Fuß unterwegs ist, sieht die eigene Stadt mit anderen Augen, und oft liegt das Schöne direkt vor der Haustür.“


Gemeinsam unterwegs: Seniorenspaziergänge

Am 16. September fanden die Seniorenspaziergänge statt. Vier Gruppen aus Jugendlichen und Seniorinnen und Senioren waren im Stadtgebiet unterwegs – von der Mühlheimer Altstadt bis zum Seerosenweiher in Markwald. Ausgestattet mit Kamera und Fragebogen erkundeten sie alltägliche Wege, tauschten sich über ihre Erfahrungen aus und dokumentierten mögliche Hindernisse und Problemstellen. Die Ergebnisse werden nun ausgewertet und sollen in die weitere Arbeit der Stadt einfließen.


Auch Stadträtin und Dezernentin für Seniorenarbeit Erika Sickenberger nahm an einem Spaziergang teil: „Ich habe mitgemacht, weil es mir wichtig ist, dass mehr Augenmerk auf die alltäglichen Wege der Älteren gelegt wird. Es war eine wunderbare Erfahrung, meine Begleitung Katrin kennenzulernen und mit ihr gemeinsam zu schauen, was die Stadt noch verbessern kann. Ich würde mich freuen, wenn die Aktion häufiger stattfinden würde, denn sie war eine Bereicherung für mich und, wie ich glaube, auch für Katrin.“

Mozartstraße wird zur Spielfläche

Besonders großen Zulauf hatte am 17. September der Autofreie Tag in der Mozartstraße. Zwischen Büttnerstraße und Bahnhofstraße blieb ein Straßenabschnitt von 7 bis 22 Uhr für den Autoverkehr gesperrt und wurde stattdessen zum Begegnungs- und Spielraum für die Nachbarschaft.

Gemeinsam mit der Kita Arche Noah wurde die Straße unter anderem mit Kreidezeichnungen, einem Mobilitätsparcours, einem Mobilitätsquiz und einer Pimp-Your-Bike-Station belebt. Hinzu kamen Malaktionen, temporäre Tattoos des Mädchentreffs des JUZ sowie ein Informationsstand des ADFC. Den Abschluss bildete ein Freiluftkino.


„Der Autofreie Tag hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, den Straßenraum neu zu denken. Wir haben gesehen, wie gern gerade Kinder auf der Straße spielen, wenn sie diese gefahrlos nutzen können. Diese Erfahrung nehmen wir mit, wenn es künftig um die Gestaltung von Straßen in unserer Stadt geht“, erklärt Mobilitätsmanagerin Johanna Klassen.

Gleichzeitig sei die Durchführung eines solchen Aktionstages für die Anwohnenden mit Aufwand verbunden gewesen. „Umso mehr danke ich allen, die ihr Fahrzeug umgeparkt und mitgemacht haben. Viele sind selbst vorbeigekommen und haben ihre Straße einmal ganz anders erlebt“, so Klassen.

Sicher unterwegs mit Rollator und Bus

Wie sich Mobilität im Alltag sicherer gestalten lässt, stand am 18. September beim Rollatortraining im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Trainerin Anja Pieper und der kvgOF übten die Teilnehmenden im Jugendzentrum verschiedene Situationen: vom sicheren Lenken und Anheben der Füße über das Treppensteigen bis hin zu Übungen für die Handmuskulatur.


Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Die kvgOF stellte einen Bus zur Verfügung, sodass die Teilnehmenden das Ein- und Aussteigen sowie das sichere Verhalten im Bus praktisch erproben konnten. Dabei wurden sowohl barrierefrei ausgebaute Haltestellen als auch Haltestellen mit flachem Bordstein angefahren.


„Ich habe das Rollatortraining schon früher in Mühlheim angeboten und merke jedes Mal, wie wichtig es ist, sich unterwegs sicher zu fühlen. Dass diesmal auch ein Bus zur Verfügung stand, an dem die Teilnehmenden üben konnten, hat das Training noch intensiver gemacht“, berichtet Trainerin Anja Pieper. „Ich glaube, die Teilnehmenden haben viel gelernt, und ich freue mich, ein solches Training wieder anzubieten.“

Fragen und Anregungen zum Hopper

Am 21. September informierte die kvgOF vor dem Mühlheimer Rathaus über den Hopper. Von 9 bis 15 Uhr konnten Bürgerinnen und Bürger das Fahrzeug besichtigen, Fragen zur Buchung stellen und sich über das On-Demand-Angebot informieren.


Neben vielen praktischen Fragen wurden auch Kritik und Anregungen aufgenommen. Gemeinsam wurden konkrete Verbesserungsmöglichkeiten für Mühlheim festgehalten, darunter ein angepasster Verkauf der Guthabenkarten im ZBS. Die Gelegenheit zum direkten Austausch wurde von vielen Bürgerinnen und Bürgern genutzt.

Viele Impulse für die weitere Mobilitätsarbeit

Die erste Teilnahme Mühlheims an der Europäischen Mobilitätswoche hat gezeigt, wie vielfältig die Perspektiven auf Mobilität sind. Ob beim gemeinsamen Spaziergang, auf der temporär autofreien Straße, beim Rollatortraining, im Austausch über den Hopper oder beim Gehen mit Kindern: An vielen Stellen wurde deutlich, dass Mobilität eng mit Sicherheit, Selbstständigkeit, Begegnung und der Gestaltung des öffentlichen Raums verbunden ist.

Die Stadt Mühlheim bedankt sich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich an den Veranstaltungen beteiligt, ihre Erfahrungen geteilt und Anregungen eingebracht haben. Ein besonderer Dank gilt außerdem allen Vereinen, Einrichtungen, Initiativen, Kooperationspartnern und weiteren Akteuren, die mit ihrem Engagement zum Gelingen der Mobilitätswoche beigetragen haben.

Auch im kommenden Jahr möchte sich Mühlheim wieder an der Europäischen Mobilitätswoche beteiligen. Ideen, Anregungen und Vorschläge aus der Bürgerschaft sind ausdrücklich willkommen.