Stechmücken in Mühlheim 

Staunasser Bruchwald, idealer Lebensraum für Sumpf- und Auwaldmücken, die zeitweise auch im Mühlheimer Stadtwald vorkommen.


Mühlheim und seine Stadtteile sind umgeben von dem in weiten Bereichen staunassen Stadtwald mit alten Grabenabschnitten und Kleingewässern sowie den Wiesenauen um Rodau und Bieber. Mücken gab es hier schon immer, und zwar verschiedene Arten mit unterschiedlichen Ansprüchen. Gemeinsam ist ihnen, dass ein Teil ihres Lebenszyklus im Wasser stattfindet. 

Bedingt durch höhere Temperaturen, längere Wärmephasen und wiederholte Starkregen können sich Mücken in manchen Jahren besonders erfolgreich vermehren und in der Folge in den Wohnbereichen als echte Plagegeister auftreten.

Die Stadt Mühlheim hat die Mückenbrutgebiete im und um den Stadtwald kartieren lassen und wird auch weiterhin beobachten, wie sich diese „Mückenzentren“ entwickeln.

Mücken im Wohnumfeld:

Eine Stechmückenart, die Hausmücke (Gattung Culex spec.), vermehrt sich speziell im engeren Wohnbereich und in Gärten. Sie ist vor allem in den Abendstunden und nachts lästig.

Befruchtete Hausmückenweibchen überwintern als Fluginsekten in Kellern oder anderen frostgeschützten Räumen. Bei ausreichend hohen Temperaturen werden die Tiere aktiv. Ihren Energiebedarf decken sie hauptsächlich aus süßen Pflanzensäften und Blütennektar, zur Eiproduktion benötigen sie aber zwingend Proteine, die sie über Blutmahlzeiten bei Säugetieren oder Vögeln erhalten. 
Auf der Suche danach gelangen sie auch in Wohnräume. Sie orientieren sich dabei an dem Kohlendioxid der Atemluft, Schweißbestandteilen und anderen tierischen und menschlichen Gerüchen, weniger am Licht. Nach der Blutaufnahme legen die Weibchen ihre Eier (ca. 200 bis 400 Eier pro Gelege) auf der Oberfläche verschiedener Wasseransammlungen ab, zum Beispiel in:

  • Regenfässer
  • Gießkannen
  • Blumentop-Untersetzern


Je nach Temperatur entwickelt sich die Brut im stehenden Wasser mehr oder weniger schnell über mehrere Larvenstadien zu den uns bekannten Stechmücken, womit der Entwicklungskreislauf geschlossen ist. Bei warmen Temperaturen dauert dieser Prozess oft nur rund zwei Wochen und kann sich mehrfach wiederholen. Dies führt zu einem raschen Anstieg der Population - die Mücken werden zur Plage.

Weitere Informationen

  • Asiatische Tigermücke

    In den letzten Jahren mit der Klimaerwärmung treten im Rhein-Main-Gebiet vereinzelt asiatische Tigermücken auf. Diese eingeschleppten Mücken haben eine auffällige weiße Musterung am Körper und den Beinen. Sie können bei einem Stich verschiedene Krankheitserreger übertragen.

    Auch diese Art brütet in kleinsten Wasseransammlungen, zum Beispiel in:

    • verstopften Dachrinnen
    • alten Autoreifen
    • Behälter oder auf Abdeckfolien

    Größere Gewässer und Teiche werden in der Regel nicht besiedelt.

    Sollten Sie den Verdacht haben, eine Tigermücke in Ihrem Garten zu haben, so informieren Sie bitte das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege (HLfGP) unter klima@hlfgp.hessen.de. Am besten, Sie schicken ein Foto der Mücke. Falls sich der Verdacht bestätigt, wird das HLfGP weitere Untersuchungen veranlassen.

  • Was können Sie selbst tun?

    Zur Eindämmung der Haus- und Tigermücke ist die Mithilfe der Mühlheimerinnen und Mühlheimer besonders wichtig, da sich deren Brutstätten häufig direkt im Wohnumfeld befinden.
    Mit einfachen Maßnahmen können Sie den Entwicklungskreislauf unterbrechen und die Ausbreitung der Stechmücken eindämmen:

    •     Beseitigen Sie alle unnötigen Wasserbehälter in Haus und Garten.

    •     Decken Sie notwendige Wasserbehälter möglichst dicht ab (z.B. Regenfässer), damit die Stechmücken ihre Eigelege nicht auf der Wasseroberfläche absetzen können.

    •     Leeren Sie notwendige Wasserbehälter (z.B. Vogeltränken, Gießkannen, Blumenuntersetzer) regelmäßig restlos aus, damit die Mückenbrut sich nicht entwickeln kann (ca. alle 10 Tage).

    Besetzen Sie Gartenteiche mit Fischen oder Libellenlarven. Diese vertilgen die Mückenbrut am besten. Gartenteiche werden nach und nach von den natürlichen Fressfeinden der Stechmückenlarven besiedelt. Sie sind daher üblicherweise keine Massenbrutstätten der Haus- oder Tigermücken. Neuangelegte Teiche sollten Sie jedoch auf Larvenbesatz überprüfen. Dazu nehmen Sie am besten in einem weißen Gefäß eine Schöpfprobe. Die zuckend schwimmenden, bis zu ca. 9 mm langen, Mückenlarven sind gut zu erkennen.  

    Schützen Sie Ihre Wohnung, vor allem Ihre Schlafräume mit Fliegengittern. Am besten geeignet sind außen angebrachte Rahmen mit Bespannung, die im Herbst und Winter wieder entfernt werden können. So sind Sie zumindest in Ihren eigenen vier Wänden geschützt. Im Freien schützen helle, nicht enganliegende Kleidung und/oder Moskitonetze vor Mückenstichen.

  • Hinweise zum Einsatz von Culinex Tab plus-Tabletten

    Alle Stechmücken sind während ihrer Entwicklungsphase auf stehendes Wasser angewiesen, da ihre Larven im Wasser leben.
    Wenn Wasserbehälter im häuslichen Umfeld nicht geleert werden können oder sollen (zum Beispiel Regenwassersammelbehälter), ist eine biologische Bekämpfung mit umweltverträglichen Präparaten möglich.

    Die Stadt Mühlheim am Main stellt während der Mückensaison (ca. April bis August) Culinex-Tabletten mit dem biologischen Wirkstoff Bacillus thuringensis israelensis (BTI) zur Verfügung (Ausgabe nach Verfügbarkeit). 
    Diese erhalten Sie mit einer entsprechenden Gebrauchsanweisung an der Information im Erdgeschoss des Rathauses Mühlheim, Friedensstraße 20. Über den Beginn der Ausgabe wird in der Presse dazu informiert.

    Anwendung

    • Tabletten sind ausschließlich für Haus- und Nutzgärten in Mühlheim am Main vorgesehen.
    • Bitte beachten Sie die Dosierungs- und Anwendungshinweise des Herstellers.
    • Behandeln Sie nur Wasserbehälter, in denen sich tatsächlich Mückenlarven befinden.

    Mückenlarven sind etwa 8 mm groß, hängen an der Wasseroberfläche und tauchen bei Berührung ruckartig ab.
    Die Tabletten können in stehendes Gewässer wie Regenfässer oder neu angelegte Gartenteiche gegeben werden. Die Mückenlarven nehmen den enthaltenen Wirkstoff über die Nahrung auf und sterben ab.

    Wirkung

    Die Wirkung hält - abhängig von den äußeren Bedingungen - mehrere Tage bis Wochen an. Ein Neubefall ist nach einiger Zeit möglich.
    Das behandelte Wasser kann weiterhin zum Gießen verwendet werden.

    Sicherheitshinweise

    Culinex-Tabletten sind nicht zum Verzehr bestimmt. Berührung mit den Augen und der Haut vermeiden, von Nahrungsmitteln fernhalten. Bei Verschlucken Mundausspülen und ärztlichen Rat einholen.

    Weitere Infos finden Sie auf der Website des „Culinex-Tab plus“ Herstellers:
    www.culinex.de