Hitze in Mühlheim am Main

Wooden thermometer showing high temperature on background of blue sky.


Heiße Sommer sind in Mühlheim am Main längst keine Seltenheit mehr. Das Rhein-Main-Gebiet gehört zu den wärmsten Regionen Deutschlands und mit dem Klimawandel werden es von Jahr zu Jahr mehr Hitzetage.

Was früher die Ausnahme war, gehört für viele Mühlheimerinnen und Mühlheimern inzwischen zum Sommer dazu: mehrere Tage am Stück extreme Hitze, kaum Abkühlung in der Nacht und ein Alltag, der sich bei 35 Grad anstrengender anfühlt. Dabei ist Hitze nicht nur unangenehm. Die belastet den Körper spürbar und kann, wenn man nicht aufpasst, schnell gefährlich werden.

Deshalb geben wir Ihnen praktische Tipps für heiße Tage, informieren Sie darüber wo Sie aktuelle Hitzewarnungen aufrufen können und zeigen, wo Sie in Mühlheim kühle Orte finden.

Kühle Orte finden: gemeinsame Karte mit dem Kreis Offenbach

Nicht jede oder jeder hat einen eigenen Garten oder eine kühle Rückzugsmöglichkeit zu Hause.
Damit Sie trotzdem einen kühlen Ort finden, hat die Stadt Mühlheim am Main gemeinsam mit dem Kreis Offenbach dessen interaktive kühle-Orte-Karte um Standorte aus unserem Mühlheimer Stadtgebiet ergänzt.

Auf der Karte finden Sie schattige Plätze, Eisdielen, Schwimmbäder und weitere kühle Anlaufstellen in der gesamten Region, nicht nur bei uns vor Ort, sondern im gesamten Kreisgebiet.

Mühlheim profitiert dabei von einer besonderen natürlichen Lage: Wald und Main sorgen an heißen Tagen für natürliche Kühlung und laden zum Verweilen ein.

Hier gelangen Sie zur kühle-Orte-Karte des Kreises.

Sie kennen einen weiteren kühlen Ort, der noch nicht verzeichnet ist? Über die Karte können Sie Vorschläge machen.

Hitzeschutz - was Sie wissen und tun können

  • Hitze ist mehr als nur "unangenehm" - sie kann krank machen

    Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf Hitze - wie stark der Körper belastet wird, hängt von der individuellen Anpassungsfähigkeit und den eigenen Möglichkeit zum Schutz ab. Besonders auf sich achten oder gezielt unterstützt werden sollten ältere und alleinlebende Menschen, Pflegebedürftige, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder, Menschen mit chronischen und akuten Erkrankungen, Menschen die körperlich schwer oder im Freien arbeiten sowie Menschen in besonderen Lebenslagen wie Obdachlose oder Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen.

    Hitze kann den Körper dabei auf verschiedene Weisen belasten: Von Dehydration über Sonnenstich, Hitzeschlag und Hitzekollaps bis hin zu Hitzeerschöpfung. Alle Beschwerden sind ernst zu nehmen - wer die Anzeichen kennt, kann rechtzeitig handeln.

    Klima-Mensch-Gesundheit informiert wie Sie Beschwerden richtig erkennen und Vorsichtsmaßnahmen treffen können.

  • Hitzewarnungen erkennen und rechtzeitig erhalten

    Der Deutsche Wetterdienst (DWD) veröffentlicht täglich gegen 10 Uhr eine Einschätzung für den laufenden und den kommenden Tag. Dabei wird zwischen zwei Warnstufen unterschieden:

    • Warnstufe 1 (starke Wärmebelastung): Die gefühlte Temperatur liegt an zwei aufeinander folgenden Tagen bei mindestens 32 °C oder höher. Gleichzeitig wird keine ausreichende nächtliche Abkühlung der Wohnräume mehr gewährleistet.
    • Warnstufe 2 (extreme Wärmebelastung): Die gefühlte Temperatur übersteigt 38 °C.


    Um frühzeitig informiert zu sein, empfehlen sich folgende Quellen:

    • Das Hitzewarnsystem des DWD
    • Die WarnWetter-App des DWD (Androit und IOS)
    • die Warn-App NINA des Bundes (Androit und IOS) - Hinweis: NINA zeigt in der Regel nur Warnungen der Stufe 2 an, Warnstufe 1 wird meist nicht gemeldet.
  • Praktische Hinweise für heiße Tage

    1. Wissen, wann es heiß wird
    Bereiten Sie sich rechtzeitig auf die nächste Hitzewelle vor. Achten Sie auf Hitzewarnungen im Fernsehen, im Radio, in der Zeitung oder im Internet und verfolgen Sie die Temperaturentwicklung per App. Hier finden Sie die aktuelle Hitzewarnkarte des Deutschen Wetterdienstes.

    2. Mittagshitze meiden, kühle Orte aufsuchen
    Wenn die Sonne am höchsten steht, lohnt sich ein schattiges oder klimatisiertes Plätzchen: Parks, Waldstücke, Plätze am Wasser oder auch Kirchen bieten oft angenehme Kühle. Eine Übersicht kühler Orte in Ihrer Nähe finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

    3. Stündlich ein Glas Wasser trinken
    Viel zu trinken hilft Ihrem Körper, sich bei Hitze zu regulieren. Stellen Sie sich am besten immer ein Glas Wasser gut sichtbar bereit – so vergessen Sie es nicht. Tipp: Auch ungesüßte Tees oder wasserreiches Obst wie Melone sind ideale Flüssigkeitslieferanten.

    4. Leichte, frische Mahlzeiten bevorzugen
    Schwere, fettige Speisen belasten den Kreislauf. Essen Sie lieber mehrere kleine, leichte Mahlzeiten über den Tag verteilt – ideal sind wasserreiche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Salate oder Joghurt. Vergessen Sie nicht, Mineralstoffe aufzufüllen, die Sie durchs Schwitzen verlieren.

    5. Sonnenschutz und Kopfbedeckung nicht vergessen
    Ob im Park, auf dem Weg zur Arbeit oder beim Spaziergang: Schützen Sie sich mit Sonnencreme (hoher Lichtschutzfaktor!), einer Sonnenbrille und einer luftigen Kopfbedeckung. So beugen Sie Sonnenbrand und Überhitzung vor.

    6. Helle, luftige Kleidung tragen
    Greifen Sie zu heller Kleidung aus Naturmaterialien wie Baumwolle oder Leinen. Diese Stoffe lassen Luft an die Haut und reflektieren Sonnenlicht besser als dunkle Farben. Wenn Sie Probleme mit den Venen haben, sollten Sie auch an heißen Tagen Stützstrümpfe tragen.

    7. Körperliche Anstrengung vermeiden
    Verlegen Sie Sport und körperlich anstrengende Arbeiten möglichst in die frühen Morgenstunden. Während der heißesten Zeit des Tages sollten Sie eine Pause einlegen – ein kurzer Powernap kann helfen. Wenn Sie hitzeempfindlich sind, ruhen Sie sich in kühlen, abgedunkelten Räumen aus und legen Sie öfter die Beine hoch.

    8. Richtig lüften und Räume kühl halten
    Lüften Sie früh morgens oder spät abends – tagsüber bleiben die Fenster geschlossen. Verdunkeln Sie Räume mit Rollos oder Vorhängen, damit die Hitze draußen bleibt. Schalten Sie Elektrogeräte vollständig aus, denn auch sie erzeugen Wärme.

    9. Den Körper mit Wasser kühlen
    Eine kühle Dusche, ein Fußbad oder ein feuchtes Tuch auf Stirn, Nacken oder Armen erfrischt und hilft, die Körpertemperatur zu senken. Auch feuchte Tücher, die in der Wohnung aufgehängt werden, wirken durch Verdunstung kühlend.

    10. Medikamente überprüfen lassen
    Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, ob und wie Ihre Medikamente bei Hitze angepasst werden sollten – manche Präparate beeinflussen den Flüssigkeitshaushalt oder können bei hohen Temperaturen stärker wirken.

    11. An andere denken
    Hitze betrifft uns alle, doch einige Menschen sind besonders gefährdet: ältere Personen, kleine Kinder oder alleinlebende Nachbarn und Nachbarinnen. Fragen Sie einfach nach, ob Sie unterstützen können – zum Beispiel mit einem Einkauf oder einem kühlen Getränk.

  • Tipps bei Hitze für Senioren, Eltern, Tierhalter und Menschen, die im Freien arbeiten

    senior man in summer drinking water

    Tipps für Menschen ab 65 und Angehörige

    • Passen Sie Ihren Alltag bei Hitze an, indem Sie sich beispielsweise in den heißesten Stunden des Tages an einem kühlen Ort aufhalten und körperliche Anstrengungen vermeiden.
    • Verlegen Sie körperliche Aktivitäten und Erledigungen in die kühleren Morgen- und späteren Abendstunden.
    • Halten Sie Ihre Wohnung und sich selbst möglichst kühl.
    • Trinken Sie ausreichend – am besten Wasser und ungesüßte Tees.
    • Setzen Sie sich möglichst nicht direkter Sonneneinstrahlung aus.
    • Sorgen Sie für einen Sonnenschutz, wenn Sie ins Freie gehen.
    • Konsultieren Sie vor einer Hitzewelle Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, um die ggf. von Ihnen eingenommenen Arzneimittel auf Hitzeverträglichkeit prüfen zu lassen. Setzen Sie Ihre Arzneimittel aber keinesfalls selbstständig ab und verändern Sie auch nicht die Dosierung oder das Einnahmeschema.
    • Beachten Sie insbesondere bei Hitze die Aufbewahrungshinweise in der Packungsbeilage von Arzneimitteln. Da viele Arzneimittel bei Hitze ihre Wirksamkeit verlieren können, lagern Sie diese bitte kühl.

    Mother and baby enjoying a sunny day in the park

    Tipps für Eltern von Babys und Kleinkindern

    • Meiden Sie die Hitze so gut es geht und setzen Sie Babys und Kleinkinder weder der direkten Sonneneinstrahlung noch intensiver Mittagshitze aus.
    • Berücksichtigen Sie bei Ihrer Tagesplanung, dass Kleinkinder in der heißesten Tageszeit – etwa zwischen 10 und 17 Uhr – auf anstrengende Bewegungsspiele verzichten sollten.
    • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind genug trinkt.
    • Schützen Sie Ihr Kind von oben bis unten mit sonnengerechter Kleidung. Dazu gehört auch eine Kopfbedeckung sowie eine Sonnenbrille.
    • Halten Sie Ihre Wohnung und den Körper Ihres Babys bzw. Ihres Kleinkindes möglichst kühl.
    • Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kleinkind beim Spielen mit Wasser, im Planschbecken oder unter einer Gartendusche abkühlen kann.
    • Legen Sie Ihr Baby oder Ihr Kleinkind im kühlsten Raum der Wohnung schlafen.
    • Leiten Sie bei Symptomen von Hitzebelastung umgehend Erste-Hilfe-Maßnahmen ein und verständigen Sie eine Ärztin oder Arzt.

    factory workers or engineer feeling tired for working in containers warehouse storage

    Tipps für Beschäftigte

    • Tragen Sie dazu bei, Arbeits- und sonstige Räume (z. B. Pausenräume) möglichst kühl zu halten, indem Sie z. B. in den frühen Morgenstunden lüften.
    • Passen Sie Ihre Arbeit, wo immer es geht, an die Temperatur an. Verlegen Sie schwere körperliche Arbeiten möglichst in die kühleren Morgenstunden.
    • Tragen Sie bei Arbeiten im Freien geeignete Kleidung einschließlich einer Kopfbedeckung und benutzen Sie eine Sonnenbrille sowie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor.
    • Trinken Sie ausreichend – am besten Wasser und ungesüßte Tees. Essen Sie leicht und bekömmlich.
    • Achten Sie bei sich und Ihren Kolleginnen und Kollegen auf Anzeichen von Beeinträchtigungen durch Hitze.

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    Für Tierhalter und Tierhalterinnen

    • Tiere vor direkter Sonne und Hitze schützen, Schattenplätze bereitstellen.
    • Immer frisches Wasser anbieten.
    • Bewegung und Fütterung auf kühlere Tageszeiten verlegen.
    • Bei Hitzesymptomen (Hecheln, Schwäche, Unruhe) Tierärztin oder Tierarzt kontaktieren.