Kunst im öffentlichen Raum

Kunst im öffentlichen Raum ist mehr als Verschönerung. Sie macht eine Stadt unverwechselbar, fördert Begegnung und Austausch. Sie schenkt den Bürgerinnen und Bürgern Vertrautheit, originelle Geschichten und ist nebenbei kostenfrei für alle Menschen zugänglich. Auch in Mühlheim finden sich zahlreiche lebendige Kunstwerke, die zum Betrachten, Nachdenken und Austauschen einladen.

Fassaden

Das „bunte Häuschen“ der evangelischen Friedensgemeinde in der Untermainstraße wurde von den beiden Künstlern Hagen Bonifer und Michael Tresser künstlerisch gestaltet. Mit kräftigen Farben, Reliefs und Figuren wurde aus einem unscheinbaren Fachwerkhäuschen neben der Gustav-Adolf-Kirche ein außergewöhnlicher Blickfang, der weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung findet.

Die Fassaden mehrerer Gebäude in der Ulmenstraße im Markwald stechen ebenso als farbenfrohe Akzente hervor. Hagen Bonifer gestaltete im Zuge energetischer Sanierungen mehrere Gebäude der Wohnbau neu. Seine auffällig gestalteten Flächen in den Naturfarben Blau, Grün und Orange bieten nicht nur rund ums Jahr einen sommerlichen Blickfang, sondern setzen auch eine direkte Verbindung zur ökologischen Modernisierung. Blau steht für die Weite des Meeres, grün für die Frische der Natur, orange für die Kraft der Sonne. Verstärkt wird der künstlerische Effekt durch zarte Fragmentierung im Putz und reliefartige Strukturen. Man kann Worte lesen, die sich zu Begriffen formen. Teile von drei Versen des Gedichts „die entsiegelte Zeit“. Das Wohnen in den Gebäuden wird damit zum künstlerischen Statement. Wer den Blick einmal schweifen lassen möchte, besuche gern die Ulmenstraße 9, 15, die Seniorenwohnanlage in der Hausnummer 17 und auch die Gewerbeflächen in den Häusern 11 bis 13.

Ein weiteres unverwechselbares Kunstwerk findet sich an der Fassade der Sport-Union Mühlheim in der Friedensstraße 110. Die filigrane Edelstahlkonstruktion am Vereinshaus geht zurück auf den Wettbewerb „Kunst vor Ort“ als Initiative der Sparkasse Langen-Seligenstadt und des Kreises Offenbach aus dem Jahr 2000. Erschaffen wurde das Kunstwerk vom in Langen lebenden Künstler Heinrich Umbach.

Skulpturen und Brunnen

Im gesamten Stadtgebiet sind unterschiedlichste Werke zu sehen. Die vielleicht klassischste und traditionellste steht direkt neben dem Rathaus am Ufer der Rodau. Der „Müllerborsch“ erinnert die Einwohnerinnen und Einwohner, aber auch die Gäste der Stadt an das jahrhundertealte Mühlenhandwerk, das noch heute mit der Tradition des „Müllerborsch“ fest in der Mühlheimer Seele verankert ist. Im Jahre 2000 konnte die Statue, dank einer großzügigen finanziellen Unterstützung durch die Sparkasse Langen-Seligenstadt, neben dem Rathaus aufgestellt werden, wo sie noch heute Jung und Alt erfreut.

Etwas moderner und expressionistischer präsentiert sich die Springbrunnenanlage im Rathausinnenhof. Der Brunnen wurde seinerzeit von Inge Hagner gestaltet und 1983 fertiggestellt. Seitdem bildet er das Herzstück des kreisrund angelegten Gebäudekomplexes. In verschiedenen Höhen treten die metallenen Wellenkörper aus dem roten Pflaster des Innenhofs hervor. Gerade im Sommer, wenn die Bäume ringsum in voller Pracht stehen, ergibt sich aus Sicht des Rathauses, aber auch beim bloßen Passieren, reichlich Gelegenheit zum Innehalten und Staunen.

Ebenso modern und expressionistisch muten die Skulpturen von Michael Tresser daher. In den Außenbereichen einer Wohnanlage an der Schillerstraße tummeln sich Schlange, Fisch und „Kobold“ und setzen verspielte und heitere Akzente. In seinen Figuren finden sich die Themen Natur, Umwelt und kindliche Unbeschwertheit wieder.

Auf einer kleinen Erhebung rechts der Fährenstraße in Richtung Main findet sich mit Blick auf die aufgehende Sonne ein Phoenix. Die Bronzeskulptur geht zurück auf den italienischen Künstler Gabriele Renzullo und wurde von einer Stiftung der Mühlheimer Eheleute Hilde Marie und Georg Rau gespendet.