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Open Air-Sonderführung der vor- und frühgeschichtlichen Arbeitsgruppe

Für die Freunde der Vor- und Frühgeschichte findet am Sonntag, 27. August 2017, in der Zeit von 11 -16 Uhr, eine spezielle Sondervorführung im Rahmen der experimentellen Archäologie statt. Bei gutem Wetter treffen sich alle interessierten an der Stadtgrenze zwischen Dietesheim und Steinheim an der B 43, Hanauer Straße, direkt auf dem Parkplatz am Main (Fahrtrichtung links Richtung Hanau an einer steinzeitlichen Originalfundstelle.

Dieser Originalfundplatz ist eine der wichtigsten Fundstellen in Europa aus dem Spätpaläolithikum (ca. 12.000-8.000 v. Chr.). Hier siedelten sich die späteiszeitlichen Jäger der Federmesserkultur an. Sie gelten als die Erfinder von Pfeil und Bogen und hatten hier am Mainufer ihre Jagdhütte. Die Ausgrabungen wurden 1977-1980 unter der Leitung von Prof. Dr. G. Bosinski und seinen Kölner Studenten vorgenommen. An diesem Platz findet nun die Sondervorführung statt.

Der Steinbearbeitungsexperte Oliver Littmann demonstriert die alten Schlagtechniken unserer Vorfahren in der Steinzeit. Die Herstellung erfolgt aus Feuerstein (Flint). Gezeigt werden verschiedene Werkzeuge und Jagdwaffen, z. B. Dolche, Blattspitzen, Pfeilspitzen und Faustkeile. Gleichzeitig wird ab 11 Uhr eine Kollektion bereits erstellter Werkzeuge vorgestellt. Ebenso ist der Pfeil- und Bogenexperte Matthias Kiel mit dabei, der die Nutzung historischer Pfeile und Bogen live veranschaulichen wird. Der Spezialist für Bronzeguss Horst Becker stellt seine Abgüsse aus verschiedenen Epochen zur Verfügung, die sonst ihren Platz im Stadtmuseum haben. Der Schwerpunkt liegt auf Götterfiguren, Tierfiguren und Münzen der Römerzeit. Für die Bildtafeln des berühmten Doppelgrabes der Federmesserkultur mit Hundebestattung, Nachbildungen der bestatteten Personen, einer 20 jährigen Frau und eines 45 jährigen Mannes zeigt sich Richard Plackinger verantwortlich. Die feinen und detaillierten Gesichtszüge wurden von Wissenschaftlern rekonstruiert. Bei schlechter Witterung entfällt die Sondervorführung.